Georg Thalmeier

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Biographie, Georg Thalmeier:

Georg Thalmeier wurde am 5. Oktober 1910 in Dachau geboren.

Da sein Vater im I. Weltkrieg fiel und seine Mutter ihn in den schweren Zeiten nach dem Krieg nicht ernähren konnte, verbrachte er seine Kindheit im Kloster Indersdorf.

Er arbeitete zuerst als Rossknecht im Dachauer Gebiet und war kurz vor Kriegsbeginn 1938 bei der Dachauer Bauunternehmung Otto Reischl Mittermayerstr. 4a und 1939 bei der Münchner Beton und Monierbau AG Briennerstr. 4/8 beschäftigt.

Am 18. März 1938 ehelichte er die Magd Anna Schamberger aus Walkertshofen, die Trauung wurde vom Pfarrer Ritthaler zu Dachau celebriert.

Das Bild rechts zeigt ihn am 15. 12. 1939 mit seiner Tochter Marianne.

Georg Thalmeier gilt seit dem 28. Juni 1944 als vermisst, keiner seiner Kameraden kehrte je zurück, da die gesammte Einheit aufgerieben wurde.

Die Bilder auf diesen Seiten sind vom Verfasser nicht freigegeben, da sie größtenteils privat sind - (Freigaben siehe GNU-Lizenz).

Im Bild unten ist er (am rechten Bildrand oben) im Kreise seiner Kameraden zu sehen. Die Aufstellung der 268. Infanterie-Division welcher das Infanterie-Regiment 488 unterstellt war, erfolgte erstmals am 26. August 1939 in Füssen. Mit der Feldpostnummer 33760E gehörte Georg zur 12. Kompanie des Infanterie-Regiments 488. Direkt nach Aufstellung verlegte die Division in den Raum Zweibrücken - Pirmasens zur Grenzsicherung. Am 3. September 1939 erfolgte nach Kriegserklärung die französische Mobilmachung von 4 Mio Mann und davon die Stationierung von 500.000 Mann an der Grenze zu Deutschland. Diesen standen auf deutscher Seite 200.000 Mann entgegen. Am 7. September 1939 erfolgte der erste Angriff der Franzosen ca. 8 Km weit auf deutsches Gebiet. Es wurden vor allem deusche Fahrräder aus evakuierten Dörfern erbeutet und es begann der Sitzkrieg über den Winter 1939 -1940 mit bis zu -30 Grad Celsius.

Aus dieser Zeit stammen wohl viele der Photographien von Georg zum Beispiel eines aus dem Rosengarten in Zweibrücken. Nicht dargestellt.


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Folgende Bilder sind Kriegsschauplätze - Wenn Sie als Betrachter Angaben zur den Orten machen können dann wenden Sie sich bitte an den Autor. Hier das frische Grab von Andre Lestiche gefallen 1939, das Werkzeug liegt noch quer vor dem Kreuz. Da Georg die schwere Arbeit am Bau gewohnt war und man ihn auf einem anderen Bild sieht wie er mit einer solchen Schaufel einen Graben aushebt, hatte er diesen letzten Dienst am Gefallenen eventuell selbst übernommen - wie sonst wäre gerade ein so zeitnahes Photo der Grablegung in seinem Besitz? Es würde in die Zeit zu Beginn des Sitzkriegs passen. Den Nachfahren von Andre Lestiche würde ich dieses Bild gerne als letztes Andenken überreichen. Die letzte Ruhestätte von Andre Lestiche findet man unter MemorialGenWeb.org, aber auch unter Google wenn man Andre Lestiche als Suchbegriff eingibt. Heute ruht Caporal Andre Lestiche in der Necropole nationale Chambiere, Carre 39/45, tombe 270.


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Die 268. Infanterie-Division nahm, nachdem sie zunächst in Stellung geblieben war, als Bestandteil der 1. Armee am zweiten Teil des Westfeldzug teil. Passend dazu, eine Panzersperre (Deutscher Westwall).


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Am 15. Juni 1940 begann der Angriff auf die Maginot-Linie und am nächsten Tag stand die 268. Infanterie-Division bereits 12 Km hinter den Befestigungswerken. Am 17. Juni wurde bei Lagarde ein Brückenkopf über der Rhein-Marne-Kanal genommen. Das Bild könnte zum Ereignis passen. Die 268. Infanterie-Division stand dort bei Beendigung des Frankreichfeldzuges.


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Hier eine Hauswand in Frankreich, sie sollte durch den historischen Bezugspunkt einmalig und identifizierbar sein! Wo ist dieser Ort - Wo stand diese Wand? Eventuell stammt aus dieser Zeit der offensichtliche Aufruf zur Kollaboration, denn die 268. ID wurde nach Beendigung des Frankreichfeldzugesals Besatzungstruppe im Raum von Epinal eingesetzt.


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Im September 1940 verlegte die 268. Infanterie-Division nach Polen und am 22. Juni 1941 nahm sie als Bestandteil der Heeresgruppe Mitte am Russlandfeldzug Teil. Die stark beschädigte Kirche konnte bisher nicht zugeordnet werden sie könnte in Frankreich genau so wie in Polen oder Weißrussland gestanden haben und auch heute noch dort stehen.


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Im laufe des Russlandfeldzugs stieß die 268. Infanterie-Division über Bialystock nach Smolensk vor. An der Seite der Panzergruppe 2, Heinz Guderian nahm sie an der Kesselschlacht um Smolenk teil. Südlich von Mogliev kommend, die russischen Stellungen umgehend wurde nach schweren Strassenkämpfen am 16. Juli 1941 Smolensk eingenommen. Die russische Armee verlor in dieser Schlacht cirka 3000 Panzer. Hier ist ein Panzer zu sehen, der als Wegweiser diente und eventuell in Smolensk stand. Die Gebäude in Blickrichtung sind sehr stark beschädigt und existieren heute warscheinich nicht mehr.


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Der gleiche Panzer, nur mit Blick auf ein großes Gebäude im Hintergrund. Es scheind fast unbeschädigt zu sein und könnte heute noch am gleichen Ort stehen.


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Hier ein Brückenschlag über den Dnjepr, sehr wahrscheinlich bei Smolensk. Über Jelnja kommend nahm die 268. Infanterie-Division an der Kesselschlacht von Wjasma teil und verlegte weiter Richtung Tula, das allerdings nicht eingenommen werden konnte.


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Unten die Uspensky Kathedrale in Smolensk.


Heute ist die Uspensky Kathedrale in Smolensk türkiesfarbigen verputzt, mit weissen Säulen und mit goldenen Zwiebeldächern. Das Bild wurde von Dmitry Grishin am 3. Jan 2009 gemacht und wurde unter GNU-Lizenz gestellt. Das Bild wurde für diese Seite mit Gimp auf 970 Pixel Bildbreite skaliert und als cathedral970.png exportiert. Es steht hier auch wieder unter GNU-Lizenz.


Ein Deutsches Grab - Zu diesem Grab gibt es noch zwei weitere Bilder vom ganzen Friedhof, alle mit Birkenholzkreuzen die auf schwerere Verluste in Russland hindeuten. Auf einem Photo ist die Totenwache mit wehender Fahne des III Reichs zu sehen (hier nicht dargestellt). Die 268. Infanterie-Division erreichte als östlichsten Punkt die Gegend westlich von Tula und musste sich, von der russische Winteroffensive 1941-42 getroffen, in das Gebiet um Yukhnov zurückziehen. Die Kämpfe dauerten über das ganze Jahr 1942 an und man sah sich gezwungen Anfang Januar1943 nach Spass-Demensk zu verlegen. Mit Beginn der russischen Sommeroffensive im August1943 musste man sich nach Mogliev bei Smolensk zurückziehen. Am 2. November 1943 wurde die Division nach schweren Rückzugsverlusten aufgelöst und aus den Resten der 268. Infanterie-Division die Divisionsgruppe 268 gebildet. Sie beinhaltete immer noch die 12. Kompanie des Infanterie-Regiments 488 und wurde der 36. Infanterie-Division unterstellt.


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Letztmalig wurde die Divisionsgruppe 268 am 22. April 1944 in Grenadier-Regiment 87 umbenannt. Das Infanterie-Regiment 488 wurde das I. Grenadier-Regement 87 und als Teil der 36. Infanterie-Division in die 9. Armee integriert. Letzter Kommadeur der 36. Infanterie Division war ab 1. Mai 1944 Generalmajor Alexander Conrady. Nach Beginn der russischen Sommeroffensive ab dem 22. Juni 1944 geriet die Division in den Kessel von Bobruisk, wurde aufgerieben und vernichtet. Sechs Tage später, am 28. Juni 1944 wird O. Gefr. Georg Thalmeier vermisst und am gleichen Tag lautet der Eintrag im Kriegstagebuch des Armee-Oberkomandos-9: "Die 9. Armee hat als Kampfverband praktisch zu bestehen aufgehört". Am 1. Juli 1944 geht Generalmajor Conrady in russische Gefangenschaft und kehrt erst über 10 Jahre später am 10. Oktober 1954 heim. Die russische Sommeroffensive mit dem Namen Operation Bagration gilt als schwerste und verlustreichste Niederlage der deutschen Militärgeschichte. Nachdem die 6. Armee bereits am 2. Februar 1943 durch Kapitulation in Stalingrad vernichtet wurde, beginnt hier der eigentliche Anfang vom Ende des Krieges. Denn nach der Niederlage der 9. Armee bei Bobruisk gerieten die ersten Konzentrationslager in Feindeshand und die Schreckens- und Greueltaten des Holocaust wurde weltweit publik. Folgendes Kartenbild wurde vom Autor DL3MFW mit OpenStreetMap.org generiert und steht hier unter GNU-Lizenz. Es zeigt den heutigen Ort der Kampfhandlungen bei denen die Deutschen von Bobruisk in Richtung Westen nach Osipowischi zurück wichen.


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Es folgt ein Gruppenbild der Kampfgefährten von Georg - keiner der Kamaraden hat überlebt. Bis 15. September 1944, gut ein halbes Jahr vor Kriegsende wird die Division als 36.Grenadier Division auf dem Truppenübungsplatz Baumholder wieder neu aufgestellt.


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Wie die Bilder des Photoalbums von Georg verraten sind das Herzstück der Bewaffnung zwei MG 34 Maschinengewehre Rheinmetall-Mauser. Den Abzug oben bei der Markierung "E" gedrückt ergibt Einzelfeuer und unten bei der Markierung "D" gedrückt ergibt Dauerfeuer. Die Waffen sind Rückstoßlader und die Schußfolge ist 800 bis 900 Schuß pro Minute. An den MG´s haben sich die Kameraden anscheinend abgewechselt. Karabiner gab es in ausreichender Zahl, die Photos zeigen aber nur Schießübungen mit den beiden MG´s. Verwendet wurde die Standardgewehrpatrone 7,92 x 57 mm. Das MG 34 war mit 310 Reichsmark wegen der engen Toleranzen sehr teuer und brauchte 150 Arbeitsstunden. Passend zum Bild ist die Tatsache, das gerade wegen der engen Toleranzen, das MG bei tiefen Themperaturen gerne klemmte.


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Dieser Bildausschnitt in Farbe zeigt ein MG 34. Das Originalbild hat Andrew Butko bei Namensnennung unter GNU-Lizenz gestellt. Datum: 9. Mai 2013 "Russian Victory Day in Donetsk". Der Ausschnitt steht auch hier wieder unter GNU-Lizenz. Die Anachronie der Geschichte zeigt uns: Es gibt sicher noch viele, gut erhaltene MG 34 in den Nachfolgestaaten der UDSSR (CCCP), in Norwegen, eventuell auch in Finnland und im Baltikum. Das MG 34 wurde im zweiten arabischen Krieg von Israel im Sinai, aber auch auf vielen Nachkriegsschauplätzen des WW II zum Beispiel vielfach in Afrika eingesetzt. Das grausige Erbe das manche dieser Kriegswaffen in den 70 Jahren nach dem WW II der Menscheit zusätzlich hinterlassen haben ist nicht abschätzbar. Ein guterhaltenes MG34 und der seltenere Nachfolger MG 42 sind bei Waffensammlern weltweit sehr beliebt. Eigentlich eine gute Sache, kann man doch annehmen das Museumswaffen, wie die im Bild gezeigten keine weiteren Opfer verursachen werden.


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Noch zwei Bilder, die ich in photographischer Hinsicht interessant finde, das erste in Schnee und Reif könnte auch aus dem Sitzkrieg stammen


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Als ich das Bid unten zum ersten mal sah, hatte ich zuerst die Impression eines Weinbergs


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